Chronik des ehemaligen Flakregiment 12

Rundschreiben 2007 
Sprecherkreis der Kameradschaft des ehemaligen Flakregiment 12

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"Vom Troßknecht zum Flakartilleristen"

Auszug der Festschrift anlässlich der feierlichen Namensgebung Flakregiment 12
an die Reservisten-Kameradschaft RK06 Berlin Südwest
durch den Bezirksbürgermeister von Berlin-Steglitz
Herbert Weber
am 14. November 1997 im Gutshaus Steglitz

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Chronologische Daten

  
  • 1913 Bewilligung durch den Deutschen Reichstag zum Bau von zwei Kasernen in Berlin-Lankwitz

  • ab 1914 Belegung mit Train- und Kraftfahrtuppen (2. Garde-Train-Abteilung in der Garde-Train-Kaserne und ein Kraftfahrer-Bataillon in der Kraftfahrerkaserne)

  • ab 1918 Kraftfahrausbildung für die Reichswehr, da ohne offensiven Kampfcharakter im Sinne des Vertrages von Versailles zugelassen

  • 1920 Umbenennung der Garde-Train-Truppe in Fahrabteilung 3 und

  • 1921 in 3. (preussische) Fahrabteilung und 3. (preussische) Kraftfahrabteilung

  • 1922 In der Garde-Train-Kaserne wird ein Denkmal für die im ersten Weltkrieg Gefallenen der Garde-Train-Abteilung errichtet

  • 1932 Umbenennung in Flakabteilung 3

  • 1933 im Sommer werden beide Kasernen eine organisatorische Einheit. Die Garde- Train-Kaserne am Grünen Weg (heute: Gallwitzallee) Ecke Hindenburgstrasse (heute: Eiswaldtstrasse) heisst Hindenburgblock, die Kraftfahrerkaserne an der Marienfelder Strasse Ecke Emmichstrasse (heute: Malteser Str.) heisst Emmichblock

  • 05.05.1934 Einweihung des Denkmals für die Gefallenen der Flakwaffe des 1. Weltkrieges in der Kaserne Emmichblock mit der knienden Figur eines unbekleideten Bogenschützen von Bildhauer Professor Felix Kupsch, Berlin - Dahlem (1883 - 1969) auf einem Steinsockel kniend

  • 01.03.1935 Nach der "Enttarnung" der Streitkräfte Übernahme der Fahrabteilung 3 in die Luftwaffe

  • 01.11.1935 umbenannt in I./Flakregiment 12 (in der Zwischenzeit auch Flakabt Lankwitz genannt). Gelegentlich wird scherzhaft von "Garde-FlakAbt" wegen der Nähe des Garde-Train-Denkmals gesprochen. Die I./12 untersteht direkt dem Höheren Kommandeur der FlakArt im Luftkreis II, Berlin

  • 01.10.1937 Der Stab Flak Rgt 12 wird aufgestellt

  • Ab 11.1939 Verlegung in den Raum Eifel

 

  • 10.05.1940 Einsatz im Westfeldzug. Vorgesetzte DSt: Stab FlakRgt 101 unterstellt der FlakBrig II, unter dem I. Flak Korps

  • 25.06.1940 Einstellung der Feindseligkeiten gegen Frankreich. FlgHSicherung Raum Paris

  • 04.10.1940 Beginn der Rückverlegung zum Schutz der Reichshauptstadt Berlin

  • 04.06.1941 Beginn der Verlegung ins Aufmarschgebiet nördl. Brest-Litowsk

  • 22.11.1942 Die I./12 wird bei Stalingrad mit der 6. Armee eingekesselt

  • 31.01.1943 Die I./Flakregiment 12 geht im Rahmen der 9. FlakDiv im Kessel von Stalingrad unter. Nur ganz wenige der tapferen Männer überleben

  • Mai 1943 Zur Neuaufstellung der I./FlakRgt 12 werden Urlauber, Kommandierte, Verwundete und erkrankte Flaksoldaten, die nicht mehr in Stalingrad zum Einsatz kamen, nach Schweinfurt versetzt

  • 23.08.1943 Bei einem schweren Bombenangriff auf Berlin-Lankwitz werden die Kasernengebäude beschädigt, das Denkmal zerstört

  • 07.09.1943 Nach dem Waffenstillstand der Italiener, wurde auch die FlakAbt I./12 in den Raum Bozen-Meran verlegt, um die deutschen Truppen in Italien zu verstärken

  • 23.01.1944 Nach der Landung der Alliierten bei Anzio, Einsatz I./12 an der Nettuno-Front

  • 14.04.1945 Während der Rückzugsgefechte erreicht I./12 über Trient wieder Südtirol

  • 04.05.1945 Letzte Gefechtshandlung bei Söll und Hall im Raum Innsbruck

  • 08.05.1945 Bekanntgabe der Waffenruhe ab 12:00Uhr

 

  • ab 1948 bildete sich eine Gruppe von Kameraden des ehem. FlakRgt 12, die in der ehemaligen Kaserne Hindenburgblock in Berlin-Lankwitz am Ehrenmal für die Gefallenen der Garde-Train-Abteilung im 1. Weltkrieg zum Gedenken an Stalingrad, und später auch am Volkstrauertag durch Kranzniederlegungen die Gefallenen würdigten

  • Die Angehörigen des ehem. Flakregiment 12 pflegen die Kameradschaft auch durch gesellige Zusammenkünfte und tauschen dabei bekannte Adressen aus. Dadurch erweiterte sich die Gruppe ständig.

  • - 1956 Der Vorschlag überlebender Angehöriger des FlakRgt12 ein eigenes Ehrenmal zu errichten, führt zur Gründung einer Kameradschaft, um die geeignete Fläche von der Bundesbauverwaltung pachten zu können. Der Spendenaufruf führt auch zu wesentlichen Sach- und Leistungsspenden

  • 29.09.1957 In der jetzigen Polizeikaserne, ehemals Hindenburgblock, wird damit ein Gedenkstein für die Gefallenen des Flakregiment 12 eingeweiht am gleichen Tag, den

  • 29.09.1957 wird auf dem städtischen Friedhof Bergstrasse 37, Abt. D IV in Berlin-Steglitz ein Ehrenmal zum Andenken an die Gefallenen der deutschen Flakartillerie im 2. Weltkrieg

  • von der Kameradschaft des ehemaligen Flakregiment 12 errichtet, das gleichzeitig Denkmal für die Gefallenen der deutschen Flakwaffe des 1.Weltkrieges ist. Es trägt auf einem neuen nach unten verjüngten Steinsockel die Figur des Bogenschützen, die von Hermann Kuhnert geborgen wurde und mit Spendengeldern repariert wird

  • 23.11.1957 Die "Kameradschaft des ehemaligen Flakregiments 12 Berlin-Lankwitz" wird mit über 1.500 Mitgliedern in ganz Deutschland offiziell gegründet. Am Volkstrauertag versammeln sich nun regelmässig die Berliner Kameraden und die Steglitzer Bevölkerung zu Gedenkfeiern. Es beteiligen sich auch die ehemaligen Flakhelfer der Flakartillerie
  • 20.11.1982 Der Bundespräsident Prof. Dr. Karl Carstens, ehem. Angehöriger FlakRgt 51, Stettin, legt einen Kranz nieder
  • 06.12.1984 Der Altbundeskanzler Helmut Schmidt, ebenfalls ehem. Flakartillerist, besucht das Ehrenmal zur Kranzniederlegung
  • 13.11.1994 Die Reservistenkameradschaft 06 Berlin-Südwest im Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr VdRBw) richtet erstmals die Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Friedhof Bergstrasse unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters des Bezirkes Steglitz von Berlin, Herr Herbert Weber, aus. Gegenüber dem Ehrenmal mit dem "Bogenschützen" befindet sich auch die Gedenkstätte für die in den Kriegen umgekommenen Steglitzer Bürger

  • 29.01.1995 Am "Stalingradtag" (letzter Sonntag im Januar oder erster im Februar), in Erinnerung an den Tag der Kapitulation der 6. Armee am 31.12.1943, nimmt die RK 06 auch an der Feierlichkeit am Denkmal in der jetzigen Polizeikaserne Lankwitz (ehedem "Hindenburgblock") teil. Zugleich wird ein Gebinde am Denkmal der Garde-Train-Abteilung in unmittelbarer Nähe niedergelegt. Fortan wird auch diese Veranstaltung ausgerichtet

 

  • 05.04.1995 Die RK 06 Berlin-Südwest erhält die drei Denkmale von der Kameradschaft des ehemaligen Flakregiment 12 zur würdevollen Betreuung und für ein ehrendes Gedenken an die Gefallenen

  • 14.11.1997 Die Reservistenkameradschaft übernimmt die Bezeichnung "Flakregiment 12" als Namenserweiterung und nimmt den Bogenschützen in ihr Wappen auf

  • 21.06.1998 Die Figur wurde beim Entwenden des Bogens beschädigt. Nur ein Teil des Bogens konnte sichergestellt werden. Die fehlenden Teile mussten neu erstellt werden
  • 2000 Im Laufe des Jahres werden durch den Vorstand der RK Berlin-Südwest "Flakregiment 12" Kontakte mit aktiven Bundeswehrverbänden aufgenommen, die den "Bogenschützen" in ihrem Wappen führen

  • 29.09.2000 während der Vorbereitungen zum Volkstrauertag, wurde von Feinden unserer demokratischen Grundordnung sowohl die Figur, als auch erstmalig der Sockel beschädigt bzw. mit Farbe beschriftet. Die Zeichen und der Wortlaut zeugen eindeutig auf das kommunistische Lager. Der Bogen war abgebrochen, der Pfeil entwendet. Sowjetstern und Hammer mit Sichel waren zu den Schriftzügen "Deutschland denken - Auschwitz denken" und "Täter sind keine Opfer" zugefügt

  • 18.01.2001 Teilnahme einer Delegation in Begleitung des Zeitzeugen, Kamerad Heinz Elbell am Neujahrsempfang des Luftwaffen Ausbildungsregiment 1 (LwAusbRgt 1) in Goslar. Das

  • LAR 1 hat 1988 das bereits eingeführte Wappen mit einem Bogenschützen vom aufgelösten LwAusbRgt 5 übernommen. Das LAR 5 war ein aus der Flugabwehr hervorgegangener Verband und benannte als Keimzelle das FlaVsuRgt vom 01.10.1956. Es wird bis zur evtl. Bestätigung vermutet, dass beim Aufbau der Bw ehemalige Flak-Angehörige spontan den Bogenschützen als Symbol der Flugabwehr einbrachten

  • 07.05.2001 Empfang des RK-Vorstandes im Rahmen des Truppenbesuches Berliner Reservisten bei General Heeresflugabwehr und Kommandeur der HFlaSchule, Rendsburg, BrigGen Dieter Schuster. Zuvor wurde am 1988 dort errichteten Ehrenmal für die Gefallenen der Flakartillerie ein Kranz niedergelegt

 

  • 06.10.2001 Hauptmann a.D. Wolfgang Boeltzig wird zum neuen Vorsitzenden des Sprecherkreises gewählt und stiftet aus diesem Grund am
  • 14.11.2001 ein selbsterstelltes Fahnenband für die Traditionsfahne der Reservistenkameradschaft
  • 22.04.2002 Ein Arbeitskommando der RK unterstützt die Friedhofsverwaltung bei Rekultivierungsarbeiten an der Gedenkstätte mit dem Bogenschützen
  • 10.06.2002 Besuch der Lehrsammlung Flugabwehr an der Flugabwehrschule des Heeres in Rendsburg mit Kranzniederlegung am dortigen Denkmal. Der stellvertretende Kommandeur, Herr Oberst Lehmann, gab Gelegenheit zum kurzen Gespräch. Er betonte die richtig verstandene Traditionspflege, die dort sehr gut angekommen sei. Ausstattungsmassnahmen in den Lehrsälen sollen Erklärungen über den Ursprung des Schulwappens mit dem Bogenschützen und die Verbindung zur Reservistenkameradschaft Berlin-Südwest abgeben
  • 14.09.2002 Das 1922 errichtete Garde-Train-Denkmal steht 80 Jahre. Die Kameradschaft ehem. Flakregiment 12 und die RK Berlin-Südwest "Flakregiment 12" enthüllen in einer Feierstunde eine 68 x 25 cm grosse Erinnerungstafel. Die Tafel trägt die Inschrift: "Ehrendes Gedenken 1922 - 2002 Kameradschaft ehemaliges Flakregiment 12 und Reservistenkameradschaft Berlin-Südwest". Die Kranzniederlegung erfolgt vor über 90 Gästen. Begrüssungsansprache: HptFw d.R. Arno Timm (RKVors.) und LKDir Andreas Pahl (Hausherr der LdPolDir 4). Festrede: Hptm d.R.Wolfgang Boeltzig (Vors. Sprecherkreis)
  • 14.09.2002 Das am 29.09.1957 feierlich errichtete Denkmal des Flakregiment 12 am Hinden- burgblock steht nun 45 Jahre. Auch hier wird der Jahrestag mit einer Kranzniederlegung bedacht. Ansprache: Hptm d.R.Wolfgang Boeltzig, Grussworte: Dr. Wernicke (Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Geschäftsführer LdGrp Berlin). Beide Veranstaltungen werden durch Ehrenposten der Partnerkompanie 2./WachBtl BMVg und zwei Musikern des StabsMusikkorpsBw begleitet
  • 29.09.2002 An dem vor genau 45 Jahren wiedererrichteten Denkmal mit dem Bogenschützen als Ehrenmal der Flakartillerie wird eine Feierstunde durchgeführt. Eine Abordnung des IV./ LwAusbRgt 1 aus Holzdorf, nimmt als Vertreter der Bundeswehrverbände teil, die den Bogenschützen im Abzeichen führen. Es werden erstmals deren Wappen in A 2-Grösse aufgestellt, um zukünftig ihr Bestehen zu symbolisieren. Ansprache: Hptm a.D. Boeltzig, Grussworte: Bezirksbürgermeister Herbert Weber, Gedenkworte: Pfarrer Donald Weihmann.
  • 17.11.2002 Zum Volkstrauertag nimmt Brigadegeneral Dieter Schuster als General der Heeresflugabwehr und Kommandeur der HFlaS an den Kranzniederlegungen in Lankwitz und am Bogenschützen in Steglitz teil
  • 02.02.2003 Anlässlich des "Stalingradtages" zur 60. Wiederkehr der Kapitulation in Stalingrad, legen HptFw Timm für die RK Berlin-Südwest und Hptm Boeltzig für die Kameradschaft des ehem. Flakregiment 12 einen Kranz am Denkmal in Lankwitz nieder
  • 21.03.2003 Teilnahme mit einer Abordnung der RK Berlin-Südwest am Auflösungsappell des Panzerflugabwehrkanonen Regiment 14 (PzFlakRgt 14), Stavenhagen-Basepohl. Damit meldet sich ein "Bogenschützenverband" der Bundeswehr ab.

 

  • Feb. 2004 Beginn der Recherche über den Bildhauer und seine Werke Prof. Felix Kupsch durch Hptm d.R. Boeltzig
  • März 2004 Sehne und Pfeil wurden entwendet. Der Pfeil konnte geborgen werden
  • 05.05.2004 Veranstaltungsreihe zum 70. Jahrestag der Erstaufstellung des Bogenschützen
  • 1. Ortsbegehung am ursprünglichen Aufstellungsplatze in der ehem. Kaserne "Emmichblock" mit geschichtlichen Erläuerungen von Kamerad Wolfgang Friese, Heimatverein Historisches Lankwitz
  • 2. Besuch der ehem. Kaserne "Hindenburgblock" mit Kurzansprachen und Niederlegung von Gebinden am Garde-Train-Denkmal und am Gedenkstein des ehem. Flakregiment 12

  • 3. Vortrag von Hauptmann d.R. Boeltzig über den Bildhauer Prof. Felix Kupsch, seine Werke und über den Bogenschützen als Symbol der Flugabwehr bei der Bundeswehr im Gutshaus Steglitz vor über 100 Gästen mit anschliessenden Empfang

  • An den Veranstaltungen nahmen auch Abordnungen der den Bogenschützen im Wappen führenden BwVerbände teil: HFlaS Rendsburg unter der Führung des Lehrgruppenkommandeur OTL Kleiböhmer und IV./LwAusbRgt 1, Holzdorf unter dem BtlKdr OTL Hergel.
  • 10.11.2004 Stele wurde geschändet. Die Bronzeplatte zur Erinnerung an die Aufstellung des Denkmales am 29.09.57 wurde entwendet; die Seite zur Rasenfläche in roter Farbe mit einem roten Sowjetstern und die Worte: "FUCK FLAK" beschriftet. Am 11. Nov. berichtet die BERLINER MORGENPOST auf Seite 20 über die Schändung.
  • 13.11.2004 PHK a.D. Otto Rabach bemüht sich um die Entfernung der Schrift. Trotzdem muss am Volkstrauertag die Stele mit der Nationalfahne verhängt werden.
  • 30.01.2005 Der "Stalingradtag" steht unter der Erinnerung an das Kriegsende vor 60 Jahren
  
 

Zusammengestellt von: 

WoIfgang-V. Böltzig,  Mitglied im Sprecherkreis 

Kameradschaft ehemaliges Flakregiment 12